Die Zürcher Gruppe um den Regisseur Lukas Bangerter konstruiert ein interaktives Theatersystem und schleust die Besucher durch ein Verfahren zur Feststellung der Identität. Die dabei erhobenen Daten werden vor den Augen der Betrachter zu einem Retortendrama verdichtet, einem dreidimensionales Konzert, einer szenischen Skulptur. Und während das Bühnenbild dem Publikum über den Kopf wächst und zu einer Fahrt durch die Datengeisterbahn einlädt, ist uns, als schwebten wir durch das Registriersystem der Himmelspforte.
Das klingt sehr hübsch. Nur leider (vorerst?) nur in Zürich.
... Das hat mir ein Vogel gezwitschert....
Gelebte Realität in Denton/Texas und Portland/Oregon. Dort tickert man nämlich fleißig mit und informiert Freunde und Nachbarn, dass (Mann|Frau|Sohn|Tochter) zu spät zum Essen kommen wird, weil man nicht angeschnallt war, den Laden um die Ecke um 50$ beklaute oder sich mittels chemischer oder pflanzlicher Substanzen in die 60ger zurückversetzte.
Sehr hübsch ist auch die linke Sidebar. Während man in Denton noch Ressourcen spart und auch die "Verbrecherfotos" auf Twitpic auslagert ...
... gibt man sich in Portland schon fortschrittlicher ...
... und linkt auf die hauseigene Datenbank ...
Die lässt sich im übrigen wirklich nett um bis 7 Tage zurück durchforsten. Wenn man seine Verwandten/Bekannten dort nicht finden, kann man ja noch immer bundesweit suchen.
01/01/10 Ankunft im Aufgedrängten
05/01/10 Visualisierte BB- Kurznotiz unter dem Motto "Noch nie waren so viele so sehr wenigen ausgeliefert. (Huxley)"
² DÜ = Abrechnungsdaten werden gem. §97 (1) SGB IV an die zentrale Speicherstelle übermittelt. Über die dort gespeicherten Daten haben sie einen Auskunftsanspruch gem. §103 (4) SGB IV.
... in ein paar Jahren, oder so ... Wenn ich es bis dahin nicht schon vergessen habe ... womit man meiner Meinung nach spekuliert, denn nach 2 Jahren ist es doch alles schon "Gewohnheit", wird "schon ewig" so gemacht, warum also dann noch aufmucken? Man kennt sein Volk.
(VT²³: Elena wurde im Winter eingeführt, damit niemand auf die Idee kommt, groß auf der Straße rumzuprotestieren.)
Es müsse daher in Erwägung gezogen werden, ob angesichts der angespannten Haushaltslage die Einführung in diesem Jahr leistbar ist oder "ob man besser mit der Einführung bis 2020 warten sollte"
spricht die FDP zur Einführung von EPa NPa.
Hübsch finde ich, das man eingesteht, dass die Staatsparanoia jetzt schon finanziell kaum tragbar ist, anderseits springt da mein eigener paranoider Mann im Ohr dazwischen, welcher meint, die werfen so ein Ding nur ins Feld, damit nicht halb Deutschland dieses Jahr seine Ausweise "verliert", weil man denkt, man hätte ja noch Zeit.
Die Piratenpartei rief heute zu einer Demo gegen Elena auf. Ein paar Bilder davon:
while true; do echo -en '\E[32;40m - happy datenschutztag' ; sleep 0.1984; done;
Bei der Datenkrake Nummer 1, namentlich "Schufa", saßen wohl die meisten irgendwann, zumindest jeder, der in Berlin eine Wohnung sucht(e). Da zieht man seine Nummer, füllt einen Antrag aus, sitzt (immernoch Berlin) in einem mehr oder weniger offenen Raum und lauscht, während man die eigene Auskunft bekommt, am Nachbartisch. Will man dann das ganze gedruckt mit nach Hause nehmen, löhnt man 7,50 €.
Das ganze wird zum 1. April entschärft, man darf 1x im Jahr kostenlos anfragen und ggf. auch korrigieren lassen. Dass die Schufa darüber nicht sonderlich glücklich ist, glaube ich ungesehen. Die Reaktion darauf mutet allerdings ein wenig ... hmm... albern? kindisch? an:
...Weiterlesen 'Du willst wissen, was wir von dir wissen?'