Wider das Nettsein zu Idioten
...work in progress...
Der Versuch einer Selbsthilfegruppe und eine arge Baustelle bisweilen noch... aber es ist notwendig.
Der Anlass: zwei Zwischenfälle, denen man vermutlich problemlos weitere Beispiele zugesellen könnte:
Einmal hier:
Missi Says:
Du bist zu lieb!
Ansonsten hätte ich mir das
>> 24.01.2006 00:27:25 MissAntroph wrote:
>> blogg das!
sparen können.
...und ein paar Tage später im ICQ...
MissAntroph: < <-zu nett
Korrupt: nein, das passt schon
MissAntroph: nein, das geht garnicht... zuuuuu nett
...was nach Maßnahmen ruft.
Korrupt: lass uns ne Selbsthilfegrupe gruenden
Was mögliche Themen zur Therapiearbeit wären: die Fehler, die man wider besseres Wissen immer wieder begeht. Wenn man diese Fehler *vor* dem Begehen erkennt und rechtzeitig gegensteuert, können sie vermieden werden. Nur sind viele Verhaltensweisen schon so verinnerlicht, dass man sich die richtige Handlungsalternative erst wieder bewusst erarbeiten muß.
Satz 1: Es heißt ja, am anderen Ende der Leitung sitzt auch ein Mensch, man wisse ja nicht, warum und wieso der grade so schreibt, wie er schreibt, und wir haben mal alle klein angefangen und so weiter.
Dieser Gedankengang ist lieb, aber falsch.
Folgendes ist hingegen richtig und sollte für einen erfolgreichen Therapieverlauf verinnerlich werden:
Satz 1': Wie schreiend blöde manche Menschen sind, ist häufig bereits nach ihrem ersten Satz erkennbar. In diesem Fall ist das freundliche Eingehen auf die möglichen Anliegen des Users falsch und unproduktiv. Der User bewältigt vielleicht irgendwann das Problem, anläßlich dem er sein Getippsel absonderte, das Grundproblem bleibt ungelöst: er ist nach wie vor so dumm wie gehabt, und das schlimmste: er weiß es nicht einmal, im Gegenteil. Während der freundliche Helfer die Tischplatte durchgekaut hat, speichert sein unterbelichtetes Gegenüber das Elend als gelungene Kommunikation mit abschließendem Erfolgserlebnis ab. Die Psychologen mögen behaupten, simple Reiz-Reaktionsmodelle kognitiver Prozesse seien zu simpel, um menschliches Handeln abzubilden, aber das stimmt nur bedingt: die besagten Kandidaten bewegen sich denktechnisch auf dem Niveau einer Taube in der Skinnerbox. Einer *dummen* Taube.
Satz 2: Da ohnehin alle Menschen davon ausgehen, bei der Verteilung der Intelligenz ausreichend bedacht worden zu sein, ist es sinnlos, sie auf etwaige Blödheit aufmerksam zu machen. Sie selber glauben es nicht, und selbst der mögliche Nutzen des entstehenden Dialogs für Dritte, die mit ähnlichen Problemen später auf den Thread sto�?en, würde durch eine entsprechende Belehrung des Idioten sabotiert. Daher ist es besser, beim eigentlichen Thema zu bleiben.
Auch das scheint zwar einleuchtend, trifft jedoch nicht zu.
Stattdessen sollte man entsprechende Situationen folgendermaßen handhaben:
Satz 2': (noch auszuformulieren. Wichtig die erbauende Wirkung auf Dritte, die falls dumm lernen, was dann passiert, falls nicht, erbaut werden. Kluge Fragen können sie dann immer noch stellen. Rekursion auf 1: bei grundlegender Dummheit ist das Kurieren von vermeintlichen Symptomen sinnlos. Merksatz: ein Depp, der weiss, wie er einen eMule hinter einer Firewall zum Laufen bekomt, ist ein Depp.)
Satz 3: Idioten zu dissen ist häßlich, stört die Stimmung, den konstruktiven Austausch und das ästhetische Empfinden der Mitleser.
Nichts könnte falscher sein. Es gilt jedoch einige grundlegende Punkte zu beachten, will man diesen fatalen Irrtum endlich auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgen, wo er hingehört.
Satz 3': (noch auszuformulieren: es kommt auf die Form an. Man muss den Sachverhalt auf ästhetisch ansprechende Art und Weise darstellen. Das ist a) angenehm für mitlesende Dritte und b) möglicherweise sogar nützlich. Dumme Menschen begreifen keine kluge Erklärung. Ein gewisser Sinn für Ästhetik soll jedoch bereits bei Primaten beobachtet worden sein, auch wenn sie ihn nur bedingt rational begreifen. Das könnte zumindest ein Anfang sein.)
Satz 4: In Queries, ICQ-Sessions usw. kann man besonders gut auf den anfragenden Trottel eingehen und ihm was beibringen.
Das ist ganz besonders gefährlich, da bin ich aber nicht kompetent, weil ich da schon soweit bin, entweder extrem knapp oder angemessen bösartig zu sein. Sieht ja niemand. Ich sollte noch üben, auch öffentlich dazu zu stehen, dass die Zahl der von mir im Query angepissten Deppen Legion ist.)
2 b continued... Beispiele wären noch fein, auch die Gelegenheien, da fatale Nettigkeitsfehler zu begehen, scheinen mir erst an der Oberfläche angekratzt.
Finkregh